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10 Karl Magazin
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TexT KatErina anKErHOlD
Es rauscht, quietscht, dann ist ein leises Piepen zu vernehmen.Wieder Rauschen und Piepen, es tut in den Ohren weh. Das Ganze dauert keine drei Mi- nuten. Dann Stille. Das unangenehme Geräusch, das
wir da vernommen haben, war der Satellit Aisat, der in 300 Kilometern Höhe um die Erde  iegt. Sein Tempo: 24 000 Stundenkilometer. Von dort oben beobachtet er Schiffe. Zwei Mal täglich passiert er Bremen, dann meldet er sich kurz zu Wort, in Lars-Christian Hauers Funkgerät rauscht und  ept es, er dokumentiert den Satellitenüber ug und die übertragenen Daten. Einen Moment später sieht man die Sonde auf Hauers Bildschirm schon über die Arktis hinweg- rasen. Aber Moment, noch einmal langsam.
mascot auf dem weg ins all
Lars-Christian Hauer ist der Leiter des Elektroniklabors des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Bre- men, einem von 16 Standorten der größten deutschen For- schungseinrichtungfürLuft-undRaumfahrt,Verkehr,Ener- gie und Sicherheit. Hier in Bremen wurde Aisat konzipiert, gebaut und ins All geschickt. „Es ist schon Wahnsinn, dass ich das Satellitensignal aus dem Orbit über ein kleines Funkge- rät empfangen kann“, sagt Hauer. Er ist Pro  – und freut sich trotzdem jedes Mal. Hauer sitzt an einem Arbeitstisch der
Firma Karl. 13 Stück davon stehen inzwischen im Labor- saal. So gut wie jede Bremer Mission passiert dieses Labor, das auf Elektronik, Mess- und Funktechnik spezialisiert ist. „Für uns ist das eine Referenz, auf die wir stolz sind“, sagt Geschäftsführer Andreas F. Karl. „Mit Blick auf unsere Ent- scheidung, den Bereich Forschung, Labor und Ausbildung stärker in den Fokus zu nehmen, ist das Bremer Elektronik- labor sehr wichtig.“
Im Rahmen der Mascot-Mission fertigte Hauers Team zum Beispiel Teststände und überprüfte hochfrequente Sig- nale. Mascot, eine Sonde von 20 mal 20 mal 20 Zentimetern und einem Fliegengewicht von zehn Kilogramm startete im vergangenen Jahr an Bord ihrer japanischen Muttersonde ins All. 2019 wird sie auf dem Asteroiden 1999 JU3 landen und dort Messungen an der Ober äche vornehmen. Entwickelt und gefertigt wurde die Sonde in Bremen. „Wir kooperie- ren mit anderen DLR-Instituten und Partnern in Frankreich und Japan, die jeweils verschiedene Komponenten gebaut haben“, erklärt Dr. Lars-Christian Schanz. Er gehört als Leiter der wissenschaftlich-technischen Infrastruktur des Instituts für Raumfahrtsysteme zum Bremer Team, seit der Standort 2007 eingeweiht wurde.
„Das ist der Sinn unseres Instituts: die Expertise aller In- stitute so zusammenzuführen, dass Missionen auch realisiert


































































































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