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Karl Magazin
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ALLES DREHT SICH UM DEN WELTRAUM
1. Das Labor des DLR bremen ist mit Kacheln architektonisch dem Spaceshuttle nachempfunden; 2. Das DLR-Schülerlabor macht kosmische Strahlung sichtbar; 3. In der Kommandozentrale der Concurrent Engineering facility wird jede Mission mit allen betei- ligten geplant; 4. Ein Roboter simuliert Landungen, zum beispiel auf einem originalgetreuen Modell der Mondober äche
werden können“, sagt Schanz. Einer der Gründe dafür, dass der DLR-Standort Bremen ins Leben gerufen worden sei, habe sich bei der Mission Rosetta-Philae herauskristallisiert, sagt Schanz: „Es zeigte sich, dass es sinnvoll ist, wenn es ein System-Institut gibt, das die Arbeiten koordiniert.“ Das Be- sondere an dem Institut, das zu den drei jüngsten des DLR gehört, ist, dass Missionen hier mithilfe von Schlüsseltechno- logien der Raumfahrt von der Planung bis zur Realisierung durchgeführt werden.
reinheit für eu:cropis
Rund 160 Mitarbeiter nennen das DLR Bremen ihren Arbeitsplatz. Hinzu kommen etwa 50 Studierende, die im Rahmen ihrer Abschlussarbeit oder Promotion im DLR tätig sind. Die Ausrüstung der Bremer DLR-Labore ist für die Firma Karl verbunden mit der Erschließung einer neuen Zielgruppe. „FLA, also den Bereich Forschung, Labor und Ausbildung, bauen wir auf jahrzehntelanger Erfahrung in der Industrie auf“, sagt Hans Jürgen Neupert, Leiter Marketing und Vertrieb bei Karl. Die technische Konzeption der Ar- beitstische für Labore in Forschungs- und Ausbildungsein- richtungen unterscheide sich zwar nicht grundlegend von der von Montagearbeitsplätzen. Der Unterschied ist aber: In der Industrie gibt es de nierte Arbeitsabläufe, in der For-
schung wird gedacht, entwickelt und in immer unterschied- lichen Abläufen gearbeitet. Zudem setzt Karl für FLA stärker auf Design. „Im industriellen Umfeld müssen Arbeitsplätze vor allem ergonomisch, belastbar und funktionell sein“, sagt Neupert. „In einem Forschungslabor soll die Möblierung auch zu einer besonders inspirierenden Arbeitsatmosphäre führen.“
Wohlzufühlen scheinen sich die Wissenschaftler in Bre- men allemal. „Begeisterung fürs Thema ist für alle hier selbst- verständlich“, sagt Schanz und strahlt dabei selbst über beide Ohren. Wir drücken uns die Nasen an einer Glasscheibe platt, die uns von der Integrationshalle trennt, einem Rein- raum. Hier werden Missionen vorbereitet, nicht der winzig- ste Fremdkörper darf hineingeraten. Es herrscht Aufregung drinnen. Drei Wissenschaftler, von Kopf bis Fuß in Schutz- anzügen vermummt, fädeln geduldig die Kontakte ihrer An- züge in die Stecker am Boden, über die bei der Arbeit elek- trostatische Ladung abgeleitet wird. Eine Friemelei! Als es geschafft ist, steht ihnen Erleichterung in den Augen – ihrer einzigen freiliegenden Körperpartie. Oder ist es Vorfreude auf das anschließende Experiment?
Gearbeitet wird hier an der Mission Eu:Cropis, einem Biosatelliten, der die Langzeitstabilität eines biologischen Le- benserhaltungssystems demonstrieren soll, das auf der Basis
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