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18 Karl Magazin
InvesTITIon
In den
nachwuchs
Neben Forschung und Entwicklung in Luft- und Raum- fahrt sowie Energie, Verkehr und Sicherheit gehört zu den Aufgaben der 16 Standorte des Deutschen Zent- rums für Luft- und Raumfahrt auch die Ausbildung und Nachwuchsförderung. Besonders die Schülerlabore, die DLR_School_Labs, erfreuen sich großer Beliebtheit: Ini- tiiert im Jahr 2000 am DLR Göttingen, gibt es heute an acht DLR-Standorten sowie vier kooperierenden Hoch- schulen eigens eingerichtete Labore, in denen Schüler- gruppen unter professioneller Anleitung selbst Experi- mente durchführen können. Dabei stehen die Versuche immer in Bezug zur aktuellen Forschung. Nicht nur ler- nen die Schüler so die Forschungsgebiete und Berufsfel- der des DLR aktiv kennen. Die Experimente mit techni- schen Geräten, über die Schulen meist nicht verfügen, bieten auch eine motivierende Ergänzung für den Schul- unterricht in den naturwissenschaftlichen Fächern.
Bis heute haben bereits mehr als 25000 junge Men- schen die DLR-Schülerlabore besucht. Neben den An- geboten für Schüler bietet das DLR auch Studierenden die Möglichkeit der forschungsnahen Arbeit, etwa im Rahmen von Praktika, Master- oder Doktorarbeiten.
MuschelBluT fürs laBor der Iss
An der Miesmuschel erfreuen sich normalerweise die Lieb- haber von Meeresfrüchten bei einem Gläschen Riesling oder auf belgische Art mit Fritten. Ausgewählte Muschel- zellen machten sich nun vom DLR in Köln aus auf die lange Reise zu Astronautin Samantha Cristoforetti an Bord der Internationalen Raumstation ISS. Mit dem Ex- periment Triplelux-B wird untersucht, welche Auswir- kungen die Schwerelosigkeit auf das Immunsystem hat.
Für den Forschungsversuch, den das DLR mit der Technischen Universität Berlin vorbereitete und vom Kontrollzentrum in Köln aus durchführt, machte sich die DLR-Wissenschaftlerin Dr. Sonja Brungs auf den Weg durchs Sylter Watt, um die Probanden eigenhändig zu sammeln. „Die Muscheln ließen einen Aderlass über sich ergehen und durften dann wieder ins Wasser zurück“, erklärt Brungs. Direkt vor Ort isolierte sie die Fresszellen aus dem Blut der Muscheln. Die besten Zellen wurden eingefroren und im Januar ins Weltraumlabor geschickt. Der vermeintliche Feind sind dort oben Hefezellen, die den Miesmuschelzellen beigefügt und von diesen wie Bakterien bekämpft werden. Wie das Immunsystem auf die Eindringlinge reagiert, wie viele der Hefezellen also vernichtet werden, machen die Wissenschaftler mit dem Farbstoff Luminol sichtbar. Der beginnt zu leuch- ten, wenn die Muschelzellen die feindlichen Zellen ver- dauen und dabei Sauerstoffverbindungen freisetzen.


































































































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