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34 karl Magazin
auf dem weg zur optimalen produktion wird
Jeder Schritt definiert
und im ergonomie-labor der HocHscHule würzburg-scHweinfurt
von professor dr. ulricH deutscHle unter wissenscHaftlicHen aspekten beleucHtet
TexT Patrick Merck
Die Aufgabe ist simpel, sie steht auf einem Blatt Papier an der Stirnseite des Arbeitstisches: einen Stecker montieren. Vier Arbeitsschritte, sieben Teile. Erst stecken, dann schrauben. Doch dieser
professionelle Arbeitstisch steht nicht in einer Produktions- halle, sondern auf dem Campus II der Hochschule für an- gewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FH W-S). Zwar geht es hier auch um Stückzahlen und Leistung, doch noch mehr um die Werte, die hinter diesen Ergebnissen ste- cken.Willkommen also im Ergonomie-Labor von Professor Dr.-Ing. Ulrich Deutschle in Schweinfurt.
Jeder Prozessschritt ist wichtig
Der Raum im ersten Stock an sich ist unspektakulär und nicht sehr groß. Ein Büro mit Gummipalme, vielen Akten, zwei Kinderzeichnungen und drei Schreibtischen wäre es wohl sonst. Jetzt aber stehen sich hier zwei voll funktionsfä- hige Arbeitstische gegenüber – gefertigt und zur Verfügung gestellt von Karl, beide ausgestattet mit allem Pipapo. Der
Stecker ließe sich an jedem von ihnen montieren, wobei die Tische dann doch unterschiedlich sind, erläutert Deutsch- le: „Einfach ausgedrückt: Der eine Montageplatz bietet so gut wie keine Einstellmöglichkeiten, der andere dafür vie- le.“ Das fängt beim Sitz an, geht über die Beleuchtung bis hin zu den Ablage ächen, denVerstaumöglichkeiten und der Höhenverstellbarkeit des Tischs. Und darum geht es im Er- gonomie-Labor auch:Wie lassen sich Arbeitsplätze innerhalb eines Produktionsprozesses optimal gestalten? Wobei vorher die Frage zu klären ist, welche Produktionsschritte denn überhaupt und wo notwendig sind, um am Ende das fertige Produkt auszuliefern. Es geht um die simple und dennoch komplexe Thematik: „Wie plane und strukturiere ich einen Produktionsprozess?“
Das Ergonomie-Labor ist Teil dieses komplexen Unter- fangens. Und es mag unbedeutend wirken, weil es nur einen kleinen Schritt innerhalb eines großen Prozesses abbildet. Doch in Zeiten von Lean Production und Ef zienz sind alle Schritte wichtig.


































































































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