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38 karl Magazin
❯ schaftsingenieurwesen Elektrotechnik, Maschinenbau und Mechatronik mit verschiedenen Vertiefungen wie Einkauf, Controlling, Logistik, Produktion und Technischer Vertrieb.
alles bereiche, mit denen sie früher täglich zu tun gehabt haben. inwiefern entdecken sie jetzt den un- terschied zwischen der theorie, in der alles optimiert sein kann oder sogar muss, und der Praxis, die eben nicht nach lehrbuch und reibungslos funktioniert? der mensch als limitierender faktor der schönen theorie ...
Der Mensch ist kein limitierender Faktor, sondern der be- stimmende. Und natürlich gilt bei allen theoretischen An- sätzen, dass zuvor das Prinzip festgelegt werden muss.Wenn ich eine Fabrik aus Sicht der Mitarbeiter plane, dann kann es sein, dass die Logistiker nicht ganz zufrieden sind. Geschieht es andersherum, freuen sich die Logistiker und die Mitar- beiter haben eventuell mehr zu tun oder sind einer höheren Belastung ausgesetzt.
diese möglichen belastungen sind ebenfalls teil ihres hochschulauftrags. dafür haben sie ein ergonomie- labor eingerichtet, an dem sich reale arbeitsprozesse erkunden und bewerten lassen.
Das Ergonomie-Labor besteht aus zwei Arbeitstischen, die beide für die gleiche Tätigkeit eingerichtet werden können, zum Beispiel für die Montage eines Steckers.Alle benötigten Teile sowie die Werkzeuge werden in Reichweite gelagert und dann lässt sich erfassen, wie dieser Prozess abläuft.Wel- che Bewegungen muss der Mitarbeiter ausführen, um alle Teile für ein Werkstück beisammen zu haben? Wann muss er wie nach welchem Werkzeug greifen? Wie sind die Licht-
verhältnisse? Passt der Sitz? Muss er aufstehen, vielleicht so- gar einen Schritt zur Seite gehen? Jeder Arbeitsschritt, jede Bewegung lässt sich dokumentieren – und später dann aus- werten.
und wieso zwei tische?
Es sind zwei unterschiedliche Arbeitstische. Einer ist voll in- dividualisierbar: Die Arbeitsplatte lässt sich in der Höhe ver- stellen, die verschiedenen Ablagefächer sowohl in der Höhe als auch in der Horizontalen. Ähnliches gilt für das Licht und den Sitz. Der andere Arbeitsplatz hat viele dieser Optio- nen nicht. Das eröffnet uns Vergleichsmöglichkeiten.
neben dem praktischen ergonomie-labor, in dem tatsächlich arbeitsschritte ausgeführt werden und sich dokumentieren lassen, haben sie noch ein virtu- elles labor, besser gesagt: eine virtuelle fabrik.
Beim Studium geht es ja darum,Arbeitsabläufe zu erkennen, zu verstehen und sie umzusetzen.Wie wird zum Beispiel aus vielen Einzelteilen ein Fahrrad? Das ist eine Aufgabe, die un- sere Studierenden umzusetzen haben – in einem virtuellen Produktionsstandort mit einem virtuellen Mitarbeiter: Jack.
Jack? Klingt nach einem engländer im besten alter, der fish and chips liebt.
Jack ist alles. Jack ist immer das, was der Studierende ihn sein lässt. Entwickelt wurde er von Siemens speziell für die Optimierung von Arbeitsprozessen und wir dürfen mit ihm arbeiten.
Jack ist alles?
Wir haben verschiedene Pro le, die sich dieser virtuellen
foto: teamwork forum


































































































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