Page 45 - Grossmanns_02_15
P. 45
Karl Magazin
45
DIe DeutScHe BAHn HAt 18 117 BAHnüBerGänGe unD An jeDeM SteHen MInDeStenS zweI
AndreAskreuze
uM AutoFAHrer zu wArnen. ABer Hätten SIe GewuSSt, DASS SeIt 2013 VIele tAuSenD AnDreASKreuze Für DeutScHlAnD AuS FAHrenzHAuSen KoMMen?
TExT PatricK MercK
Zeichen 201 der Straßenverkehrsordnung muss gut gebaut sein. Exakt 1,25 Meter hoch, 83 Zentimeter breit. Rote Spitzen, weißes Herz und von Weitem gut zu sehen. Denn Andreaskreuze (die schon so hießen, ehe sie bei Karl gefertigt wurden) warnen Autofah- rer, Radler und Fußgänger vor Bahnübergängen.
Um Deutschland mit Andreaskreuzen zu versorgen, gibt es die BremickerVerkehrstechnik GmbH & Co.KG,die das vielleicht anspruchsvollste Verkehrszeichen der deutschen Straßenverkehrsordnung in Fahrenzhausen herstellen lässt. Zuständig ist der Geschäftsbereich Industrial Services.
AusgAngsmAteriAl: Aluminium
Am Anfang liegt ein Aluminiumblech, zwei Millimeter stark und knapp zwei Quadratmeter groß, auf einem Stapel mit etwa 70 anderen Blechen. Genug, um eine durchschnittliche Vorstadt mit Andreaskreuzen für die nächsten zehn Jahre zu versorgen ... Ein Liftmaster nimmt sich das Blech. Die La- serschneidanlage hat Hunger! Während der Tisch mit dem frischen Blech in der Maschine bearbeitet wird, bleibt genug Zeit, um einen zweiten Tisch zu entladen und mit neuem
Blech zu bestücken. Knapp 80 Sekunden und einige Licht- blitze später kommt der Tisch mit den Werkstücken wieder zum Vorschein. Alles passiert automatisch, reibungslos, nahe- zu lautlos und bis alle Bleche verarbeitet sind. Nach nicht einmal 90 Minuten ist das der Fall.
ein Blech giBt drei kreuze
Was während der 80 Sekunden mit dem Blech im Inne- ren der Maschine passiert, erläutert Josef Czech, bei Karl zuständig für die Andreaskreuz-Produktion, anlässlich eines Rundgangs mit Geschäftsfeldleiter Erich Gröschel: „Der La- ser arbeitet vollautomatisch und schneidet pro Blech drei Andreaskreuze und pro Kreuz vier kleine Einsätze.“ Am Ende werden aus einem Blech 15 akkurat zurechtgeschnit- tene Teile. „Das ist ein bisschen wie beim Plätzchenbacken: Da setzt man die Ausstecher ja auch so, dass man pro Teig ä- che möglichst viele Plätzchen herausbekommt und so wenig Verlust wie möglich hat.“
Die ausgeschnittenen Kreuze und die Einsätze kommen anschließend zum Kanten und Biegen. So wird aus dem zweidimensionalen Blech ein Körper. Per Hand wird jedes
❯


































































































   43   44   45   46   47