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48 Karl Magazin
gUt gEScHütZt gibt Stefan Schimpfhauser Andreaskreuzen den letzten Schliff, nachdem alles sorgfältig verschweißt worden ist
❯ daraus wurde ein Auftrag.“ Wobei es ganz so einfach dann doch nicht war. „Wir haben ein halbes Jahr geprüft, getes- tet, überlegt und gerechnet, bevor wir tatsächlich losgelegt haben.“ Denn die Männer von Karl machen alles anders als die bisherigen Zulieferer. Czech: „Andreaskreuze bestanden immer aus zwei, manchmal sogar drei Teilen – entweder wurden zwei gleichlange Arme über Kreuz verschweißt, oder es wurden zwei kürzere Arme an einen durchgehenden Arm geschweißt.“ Die möglichen Nachteile: Unebenheiten
hinter der Folie aufgrund der Schweißnähte, die zu uner- wünschten oder mangelhaften Re exionen bei Dunkelheit führen können, eventuelle Sollbruchstellen und eine erheb- liche Instabilität.
Bei Karl machen sie das Andreaskreuz aus einem Stück: ohne Nahtstellen, ohne Unebenheiten, ohne Sollbruch- stellen und mit gleichbleibend hoher Qualität. „Wenn die Werkstücke aus der Schneidemaschine kommen und gebo- gen worden sind, stimmen alle Winkel, alle Maße. Es müs- sen keine Arme oder Balken angesetzt werden, noch sind irgendwelche obenliegenden Schweißnähte zu schleifen und zu glätten“, fasst es Czech zusammen.
„Genau das ist auch der Grund dafür, dass wir uns für die Firma Karl entschieden haben“, sagt Martina Stinglhamer, bei der BremickerVerkehrstechnik GmbH & Co. KG für das Andreaskreuz zuständig. Es ist eine exklusive Entscheidung: „Karl ist unser einziger Lieferant.“
Neben der hohen und gleichbleibenden Qualität sorgt das gefundene Verfahren auch für eine kostengünstige Produk- tion. Czech: „Bis auf das Verschweißen der zwei Halter und vier Einsätze sind keine händischen Arbeiten auszuführen.“ Das spart Zeit und Aufwand.
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DAS ANDREASKREUZ besteht aus zwei diagonal ver- laufenden, sich in der Mitte kreuzenden Balken. Die le- gende besagt, dass der Apostel Andreas an so einem Kreuz gestorben ist.
Als Symbol  ndet sich das Andreaskreuz in vielen Flag- gen (z.B. in Schottland, jamaika und Amsterdam) aber auch häu g als warnhinweis. Im Bergbau werden damit Abschnitte markiert, in denen nicht mehr gefördert wird und die nicht überwacht oder bewettert werden.
Als Verkehrszeichen besitzt das Andreaskreuz eine lan- ge Geschichte. Der Kaiserliche Automobil-club entwi- ckelte 1907 einen Satz warntafeln, bei dem das schräg- stehende Kreuz als Hinweis auf eine Straßenkreuzung
diente. Mit der einführung der Straßenverkehrsordnung 1953 wurde das rot-weiße Andreaskreuz zum erken- nungsmerkmal für Schienenquerungen – allerdings in verschiedenen Ausführungen für mehrgleisige und un- beschrankte übergänge. Seit 1960 ist das einfache An- dreaskreuz alleiniges „warnkreuz für Bahnübergänge“. wie viele Bahnübergänge es in Deutschland gibt, ist nicht erfasst. „18 117 sind es bei der Deutschen Bahn“, weiß claudia Münchow von der DB-Kommunikations- abteilung. „und grundsätzlich sind alle Bahnübergänge der Deutschen Bahn mit dem Andreaskreuz gekenn- zeichnet.“ Mindestens zwei pro übergang – von jeder Seite eins.
Foto: Michael Bode


































































































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