Lean Production hilft Unternehmen dabei, Verschwendung zu reduzieren und Prozesse effizienter zu gestalten. Doch in sicherheitskritischen Branchen wie Defence, Luftfahrt oder Medizintechnik müssen Qualität und Sicherheit gleichermaßen gewährleistet sein. Im Beitrag lesen Sie, welche Rolle der Arbeitsplatz dabei spielt und wie sich Lean-Prinzipien erfolgreich umsetzen lassen.
Verschwendung reduzieren, Produktivität steigern und dabei flexibel bleiben – Lean Production ist noch heute, rund 70 Jahre nach der Entstehung, ein zeitgemäßes Produktionsprinzip. Lean Production sieht vor, Ressourcen aus allen Unternehmensbereichen sparsam und effizient einzusetzen, um die Produktion schlank (lean) zu halten und Kosten zu senken.
Doch in sicherheitskritischen Branchen wie der Rüstungsindustrie, Luftfahrt oder Medizintechnik genügt es nicht, die Abläufe schlicht zu beschleunigen. Hier müssen Produktivität, Qualität und Sicherheit stets Hand in Hand gehen. Daher sind Maßnahmen notwendig, um die Fehlerquoten konstant niedrig zu halten und gleichzeitig auf die Anforderungen der Industrie 4.0 in Echtzeit zu reagieren.
Lean Production oder Lean Manufacturing ist ein Teilbereich des Lean Managements. Die schlanke Produktion sieht vor, durch intelligente Organisation alle überflüssigen Arbeitsgänge im Produktionsprozess wegzulassen. So soll Verschwendung beseitigt und die Produktion beschleunigt werden. Das soll die Grundlage schaffen, um rasch auf sich ständig ändernde Marktbedingungen zu antworten. Das Konzept der Lean Production umfasst vereinfacht:
Konkret bedeutet das, dass Lagerbestände geringgehalten, nicht ausgelastete Kapazitäten reduziert und Durchlaufzeiten verkürzt werden. Bereitgestellt wird Just-in-Time. Das bedeutet, dass Materialien genau dann geliefert werden, wenn sie für die Produktion gebraucht werden. Ein Beispiel: Bei der Montage eines Militärfahrzeugs treffen zahlreiche Komponenten verschiedener Zulieferer zusammen. Um große Lagerbestände zu vermeiden, werden die Komponenten genau dann an die Montagelinie geliefert, wenn sie weiterverarbeitet werden.
Die Fachliteratur zeigt deutlich, dass der Fokus bei Lean Production darauf liegt, Prozesse zu reduzieren und zu vereinfachen – um letztlich Kosten zu senken. In sicherheitskritischen Branchen, wie etwa der Rüstungsindustrie, hat Qualitätskontrolle jedoch höchste Priorität. Denn Produktionsfehler können hier gravierende Konsequenzen mit sich ziehen. Die Herausforderung liegt darin, höchste Sicherheitsstandards mit schlanker Produktion zu vereinbaren.
Eine gängige Strategie im Rahmen der Lean Production ist die Standardisierung. Sie definiert den aktuell besten bekannten Weg, um einen Produktionsschritt durchzuführen. Das Prinzip dahinter: Wenn jeder Mitarbeiter dieselbe Aufgabe auf die gleiche Weise erledigt, gibt es weniger Abweichungen und Fehler.
Das zeigt: Qualität und Effizienz sind kein Widerspruch. Lean Prinzipien schaffen stattdessen den Rahmen, um Liefertermine einzuhalten, wirtschaftlich zu produzieren und dabei höchste Qualitätsstandards zu erfüllen. Ziel ist es daher nicht unbedingt schneller zu arbeiten, sondern Abläufe so zu gestalten, dass Fehler gar nicht erst entstehen. Im Zentrum steht hier ein optimal organisierter Arbeitsplatz.
In der Praxis kostet uns oft nicht der Prozess, sondern die Umgebung wertvolle Zeit. An schlecht organisierten Arbeitsplätzen sind Arbeitsmaterialien selten genau da, wo sie gebraucht werden. Suchzeiten summieren sich rasch, die Produktion wird gehemmt. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn Arbeitsflächen unübersichtlich gestaltet oder Materialien nicht intuitiv bereitgestellt werden. Daher kommt in der Lean Production oft die 5S Methode zum Einsatz:
Ein passendes Arbeitsplatzsystem unterstützt die 5S-Methode, indem die Prinzipien bereits im Aufbau integriert werden. Arbeitstische wie TriMax sind so konzipiert, dass Materialien übersichtlich und innerhalb des idealen Greifraums organisiert werden können. Da sich solche Arbeitstische oft für unterschiedliche Mitarbeitende programmieren lassen, bleibt der standardisierte Ablauf gleich, ohne dabei auf Ergonomie zu verzichten.
Der Arbeitsplatz nach Lean Production muss flexibel bleiben. Gerade im Defence-Sektor ändern sich Anforderungen häufig. Neue Baugruppen, Sonderanfertigungen und wechselnde Losgrößen gehören hier zum Alltag. Arbeitsflächen, Materialbereitstellung und Zubehör müssen schnell an die neuen Umstände angepasst werden können. Ein modulares Arbeitsplatzsystem mit leichter Umrüstung schafft hierfür die Grundlage. So ist die schlanke Produktion auch bei komplexen und sicherheitskritischen Fertigungen möglich.
Um sicherzustellen, dass Ihr sicherheitskritischer Arbeitsplatz bereit für Lean Production ist, sollten Sie die folgenden Punkte beachten:
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