Die Rüstungsindustrie soll schneller liefern als je zuvor, doch niemand weiß, wie lange die Nachfrage hoch bleibt. Gefragt ist eine Fertigung, die Nachfragespitzen auffängt, ohne in ruhigen Zeiten Material und Arbeitsplätze ungenutzt vorzuhalten. Wie modulare Arbeitsplatzsysteme dabei helfen.
Europas Defence-Sektor muss schneller liefern als je zuvor. Die Branche kann in Sachen Stückzahl skalieren – doch der Aufschwung wird gebremst. Der Grund ist die unsichere Abnahmemenge. Germar Schröder von Deloitte sieht als größte Hürde nicht etwa fehlende Kompetenzen oder Kapazitäten, sondern die Unsicherheit über zukünftige Volumina, wie er dem österreichischen Industriemagazin im Interview sagt. Hinzu kommen unzuverlässige Lieferketten, die eine sichere Produktion erschweren.
Nicht überall geht es dabei um Massenproduktion. Oft sind es komplexe Einzelprodukte mit spezifischen Kundenanforderungen, die sich wirtschaftlich für die Zulieferer kaum lohnen, wie Hensoldt-Sprecher Lothar Belz dort zitiert wird. Flexible Werkstattstrukturen und ein sicherer Materialfluss ermöglichen es, diese geringen Stückzahlen auch in Zeiten schwankender Nachfrage zuverlässig zu produzieren.
Steigt die Nachfrage nach komplexen Sonderanfertigungen nun an, müssen Hersteller in der Lage sein, dieser zu begegnen, ohne die Produktionslinie langfristig auf höhere Stückzahlen umzurüsten. Denn die hohe Nachfrage kann schnell wieder sinken und Abnehmer außerhalb der Rüstungsindustrie gibt es für diese spezialisierten Einzelteile kaum. Der Clou liegt also darin, eine plötzlich steigende Nachfrage bewältigen zu können, ohne in ruhigen Zeiten auf dem Material und den ungenutzten Arbeitsplätzen sitzen zu bleiben.
Das in der Industrie verbreitete Just-in-Time-Prinzip stößt dabei an seine Grenzen. Es setzt voraus, dass Lieferketten nicht ständig gestört werden, wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) betont, und darauf ist derzeit kein Verlass. Das IW beobachtet, dass Unternehmen deshalb Lieferanten diversifizieren und ihre Lagerbestände erhöhen. Naheliegend wären auch zusätzliche Arbeitsplätze für Spitzenzeiten. Doch beides braucht Fläche, und die ist meist knapp.
Wo früher fast manufakturartig gefertigt wurde, sollen Kleinserien heute schneller entstehen, und die Fertigung muss sich rasch auf neue Produkte umstellen lassen. Modulare Arbeitsplatzsysteme machen das möglich: Aus standardisierten Komponenten lassen sich Arbeitsplätze für unterschiedliche Tätigkeiten konfigurieren. Kommt ein neuer Auftrag, baut man sie um, statt neue anzuschaffen. So reagieren Hersteller auf schwankende Volumina, ohne dauerhaft zusätzliche Arbeitsplätze vorzuhalten. Eine vielseitige Grundlage dafür bietet das Arbeitsplatzsystem TriMax von KARL.
Auch das Flächenproblem lässt sich am Arbeitsplatz entschärfen. Liegen Bauteile und Werkzeuge direkt am Arbeitsplatz griffbereit, werden Flächen besser genutzt und Wege kürzer. Ändert sich die Fertigungsaufgabe, wird die Materialbereitstellung beim Umbau gleich mit angepasst.
Für Unternehmen im Defence-Sektor wird es zunehmend entscheidend, kurzfristige Nachfragespitzen zu bewältigen, ohne langfristig hohe Fixkosten zu verursachen. Wer Materialversorgung, Produktionsabläufe und Arbeitsplatzgestaltung aufeinander abstimmt, schafft die Voraussetzungen dafür, auch unter unsicheren Marktbedingungen wirtschaftlich und zuverlässig zu produzieren.
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